Christian Budde ist Referent Für Fundraising bei den Maltesern in der Diözese Hamburg und engagiert sich seit Start der Initiative für „Fit in FAIR PLAY“.

„Fit in FAIR- PLAY“- Projektleiterin Angela Weiland hat vor Ort mit dem Malteser gesprochen und nachgefragt, wie es heute mit dem Thema „Mobbing“ und „Gewalt“ aussieht und was die Initiative für die Malteser in Hamburg gebracht hat.  

Angela Weiland (AW):  Was ist Ihr „Fit in FAIR PLAY“-Tipp für ein gutes Miteinander?

Christian Budde (CB): Für mich hat das ganz ganz viel mit Respekt zu tun. Es ist leicht, Respekt für sich zu fordern und es ist unter Jugendlichen auch so ein Schlagwort „respektier mich Alder“. Sich Respekt zu verdienen, das ist harte Arbeit an sich selber. Anderen Respekt zu zollen, die dann vielleicht auch nicht immer der gleichen Meinung sind, oder die man vielleicht sogar nicht mag, das ist glaube ich die schwerste Übung im Leben und erfordert auch immer wieder harte Arbeit an sich selbst. Ich denke, das ist der Zauberbegriff. Am Anfang war nicht ganz klar, was hat das eigentlich mit Eishockey zu tun? Das sind ja die rauesten Burschen überhaupt und da fliegen auch mal die Fäuste. Ist das nun so ein tolles Vorbild auch für Grundschüler? Gerade diese Burschen zeigen das aber glaube ich sehr,  dass am Ende immer ein ehrlicher Handshake steht, also der Respekt vor dem Gegner. Da mag alles Mögliche passiert sein auf dem Feld. Das wird auch entsprechend sanktioniert. Dann gibt es 10-Minuten-Strafe oder Matchstrafe aber hinterher wird sich vertragen. Es findet alles in einem gut abgesteckten Rahmen statt und ja, da herrscht Fair Play auch zwischen Kanadiern, Finnen, Schweden, Deutschen – Eishockey ist sehr multikulti. Und die Spieler müssen sich auch innerhalb der Mannschaft vertragen. Die haben auch so ihre Cliquenbildung, aber auch die müssen fair miteinander umgehen und von daher war das eigentlich eine sehr sehr gute Entscheidung, gerade den Eishockeysport auszusuchen.

AW: Ihre rückblickende Erfahrung zum Malteser Schulwettbewerb „Fit in FAIR PLAY“?

CB: Als „Fit in FAIR PLAY“ anfing, war ich gerade mal 1 ½ Jahre hier in Hamburg bei den Maltesern. Für mich und meine Arbeit war es ein Katalysator. Der Wettbewerb hat mich in Kontakt zu der Domschule gebracht, den wir seither immer weiter ausbauen konnten, mit dem Malteser Mentorenprogramm „Balu und Du“ und mit inzwischen fünf „Malteser Social Days“, die wir gemeinsam mit der Schule veranstaltet haben. Hier haben Firmen ihre Mitarbeiter für einen Tag lang frei gestellt, damit sie die Schule renovieren konnten, vor Ort gekocht haben und viele andere tolle Sachen. Es war außerdem ein Katalysator in Richtung Sportwelt, also für den Kontakt zu den Hamburg Freezers, die wir nach dem Wettbewerb auch dazu bringen konnten, das Projekt „Balu und Du“ zu unterstützen, indem wir dort Patenschaften etabliert haben. Die Freezers gibt es ja jetzt leider nicht mehr, aber eine Nachfolgemannschaft in Hamburg, mit der wir die Kooperation gerne ins sechste, siebte und achte Jahr weiter transportieren möchten.

Die Spieler haben zudem auch verschiedene Aktionen direkt unterstützt. Ich erinnere mich da besonders an eine Kassier-Aktion im dm-Drogerie-Markt. Hier hat damals Adam Mitchell, der inzwischen bei den Straubing Tigers spielt, eine Stunde lang an der Kasse gesessen. Alles Geld, was in dieser Stunde dort eingenommen und aufgerundet wurde, haben wir für „Balu und Du“ bekommen. „Balu und Du“ ist ein Mentorenprogramm für Kinder, die Unterstützungsbedarf haben. Diese Kinder werden ein Jahr begleitet von einem „Balu“. Das ist ein 20-30-jähriger junger Erwachsener, der dann in der Freizeit etwas mit dem Grundschüler unternimmt. D.h., es ist keine Nachhilfe, es ist keine Hausaufgabenhilfe, kein Sprachunterricht, kein Diktat wird da geschrieben oder sowas, sondern eher informelles Lernen und Freizeitbeschäftigung. Der „Balu“ hilft dem Schüler, selbstbewusster zu werden. Er kommt entweder von verschiedenen Partnerhochschulen oder meldet sich bei uns direkt. Ich erinnere mich außerdem an einen Spieltag, wo wir mit 1200 Maltesern aus dem Ehrenamt in der Halle waren. Viele schöne Aktionen und Kontakte, die bis heute lebendig geblieben sind. Darunter besonders der Kontakt zur Domschule. Und aus dem Schülersanitätsdienst sind zum Beispiel einige Schüler heute ehrenamtlich bei den Hamburger Maltesern und engagieren sich im Sanitätsdienst.